IPS – Integrated Product Support

Ein ganzheitlicher Ansatz für die nachhaltige Verfügbarkeit komplexer Systeme

Integrated Product Support unterstützt Sie dabei, komplexe technische Systeme über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg wirtschaftlich zu betreiben, instand zu halten und kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Was ist Integrated Product Support (IPS)?

Integrated Product Support – kurz IPS, ehemals ILS – ist ein standardisierter und iterativer Ansatz zur Planung und Optimierung der logistischen und technischen Unterstützung komplexer Systeme.

IPS betrachtet nicht nur das fertige Produkt. Bereits während der Entwicklung werden Anforderungen aus Betrieb, Instandhaltung, Materialversorgung, Ausbildung, technischer Dokumentation und Infrastruktur berücksichtigt. Dadurch nimmt IPS gezielt Einfluss auf die Systemgestaltung und stellt sicher, dass ein System nicht nur seine technische Funktion erfüllt, sondern auch wirtschaftlich betrieben und unterstützt werden kann.

IPS wird üblicherweise in zwölf miteinander verbundene Elemente gegliedert. Um möglichst frühzeitig Einfluss auf das Systemdesign und die späteren Lebenszykluskosten zu nehmen, werden unter anderem Methoden der Logistic Support Analysis eingesetzt.

Welchen Mehrwert bringt IPS für Sie?

  • WirtschaftlichkeitLebenszykluskosten transparent machen und nachhaltig reduzieren
  • Hohe SystemverfügbarkeitAusfallzeiten minimieren und Einsatzbereitschaft erhöhen
  • Supportgerechtes DesignBetrieb und Instandhaltung bereits bei der Entwicklung berücksichtigen
  • Optimierte Instandhaltungtechnisch begründete und wirtschaftliche Maßnahmen entwickeln
  • Bedarfsgerechte RessourcenplanungPersonal, Material, Prüfmittel und Schulungen gezielt dimensionieren
  • Kontinuierliche VerbesserungBetriebserfahrungen systematisch zur Optimierung von Produkt und Support nutzen

Gibt es etablierte Standards und Spezifikationen?

Ja. Insbesondere in der Luftfahrt und im militärischen Umfeld haben sich die international abgestimmten ASD/AIA S-Series IPS Specifications etabliert. Sie schaffen einen gemeinsamen Rahmen für die Planung, Durchführung und den Austausch von Integrated-Product-Support-Daten über den gesamten Produktlebenszyklus.

Die übergeordnete Spezifikation SX000i beschreibt die grundlegenden IPS-Prozesse sowie das Zusammenspiel der einzelnen Fachdisziplinen. Ergänzt wird sie durch spezialisierte Spezifikationen, unter anderem für:

  • S1000DTechnische Dokumentation
  • S2000MMaterialmanagement und Ersatzteilversorgung
  • S3000LLogistic Support Analysis
  • S4000PPräventive Instandhaltung
  • S5000FRückführung und Auswertung von Betriebsdaten
  • S6000TTrainingsanalyse und Ausbildungskonzeption

Die folgende Abbildung zeigt exemplarisch die Schnittstellenbeziehungen zwischen ausgewählten ASD-Spezifikationen und verdeutlicht deren Informationsaustauschanforderungen. Der Übersichtlichkeit halber sind hier nur zentrale Schnittstellen dargestellt; die Gesamtlandschaft umfasst weitere Beziehungen.

Wie funktioniert IPS in der Praxis?

Die Etablierung von IPS erfolgt nicht isoliert, sondern als koordinierte Zusammenarbeit aller Support-Disziplinen über den gesamten Projektverlauf. Dies ist in nachfolgender Grafik beispielhaft dargestellt.

Die Grafik zeigt den typischen Ablauf eines IPS-Projekts von der initialen Konzeptphase (MCR) über verschiedene Bewertungs- und Review-Phasen bis zur Bestellung und Lieferung. Entscheidend ist: Bereits bei der ersten Concept Review beginnen die Aktivitäten in allen IPS-Elementen parallel – von der Logistic Support Analysis über die Materialversorgung bis hin zur Schulungsplanung und Infrastruktur.

Dies gewährleistet, dass Anforderungen aus Betrieb und Instandhaltung nicht erst nachträglich berücksichtigt werden, sondern von Beginn an die Systemgestaltung beeinflussen. Jede Review-Phase (SRR, PDR, CDR, QRR) markiert einen Meilenstein, bei dem die entsprechenden Supportkonzepte und Daten validiert werden – lange vor der eigentlichen Lieferung des Systems.

Dieses koordinierte Vorgehen ist das Fundament dafür, dass ein System nicht nur technisch funktioniert, sondern auch wirtschaftlich betrieben werden kann.

Wie wird IPS erfolgreich im Unternehmen etabliert?

Die Einführung von IPS bedeutet nicht, sämtliche Prozesse und Anforderungen einer Spezifikation unverändert zu übernehmen. Entscheidend ist vielmehr, die benötigten Aktivitäten an das jeweilige Produkt, die Organisation, die Projektziele und die vorhandenen Rahmenbedingungen anzupassen.

Für diesen Zuschnitt greift π3C auf bewährte Methoden aus dem Six-Sigma-Ansatz zurück. Prozesse werden strukturiert analysiert, messbare Ziele definiert und nicht wertschöpfende oder ineffiziente Aktivitäten gezielt reduziert. Dadurch entstehen IPS-Prozesse, die nachvollziehbar, belastbar und an den tatsächlichen Bedarf Ihres Unternehmens angepasst sind.

Eine nachhaltige IPS-Einführung erfordert darüber hinaus klar definierte Rollen, Verantwortlichkeiten, Informationsflüsse und unterstützende IT-Prozesse. Daher werden bei der organisatorischen und technischen Umsetzung auch die Grundsätze des IT-Service-Managements berücksichtigt.

Das Leistungsangebot endet jedoch nicht bei der Beratung und Konzeption. π3C unterstützt Sie auch bei der operativen Durchführung von IPS-Aktivitäten und übernimmt auf Wunsch konkrete Aufgaben innerhalb Ihrer Projekte. Dazu gehören beispielsweise:

  • die Durchführung von Logistic Support Analyses
  • die Erarbeitung von Instandhaltungs- und Supportkonzepten
  • die Erstellung und Pflege von Produkt- und Supportdaten
  • die Planung von Ersatzteilen, Betriebsmitteln und personellen Ressourcen
  • die Unterstützung bei technischen Dokumentationen und Trainingskonzepten
  • die Auswertung von Betriebs- und Instandhaltungsdaten
  • die Qualitätssicherung und Prüfung vorhandener IPS-Ergebnisse
  • die Unterstützung bei der Einführung und Anwendung der ASD/AIA S-Series

Die Begleitung erstreckt sich von der strategischen Ausrichtung über die Prozessgestaltung und IT-technische Umsetzung bis hin zur konkreten operativen Bearbeitung.

Durch die Verbindung von IPS, Six Sigma, Data Governance und IT-Service-Management entsteht kein isoliertes Fachkonzept, sondern eine tragfähige Lösung, die sich dauerhaft in Ihre Organisation und Ihre Systemlandschaft integrieren lässt.

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